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  • AutorenbildAnouk Algermissen

Woher kommt ein geringes Selbstwertgefühl und wie kann man das ändern?

Wer möchte das nicht: weniger Selbstzweifel, ein starkes Selbstbewusstsein und keine Selbstwertprobleme haben? Doch gerade in Situationen, in denen wir unsere Selbstsicherheit am meisten brauchen, steht man dann plötzlich da und macht sich innerlich komplett fertig. In diesem Artikel schauen wir uns die Ursache für ein niedriges Selbstwertgefühl an und gehen zusammen durch, was man dagegen unternehmen kann.




Inhaltsverzeichnis


Was bestimmt den Selbstwert?


Starten wir damit, zu verstehen, was den Selbstwert ausmacht. Denn wir können nur verändern, was wir kennen und verstanden haben.


Zum Selbstwert gehören all die Dinge, mit denen wir unseren eigenen Wert bestimmen.


“Ja, ach ne!”, denkst du jetzt vielleicht.


Aber genau darin liegt die Antwort. Denn das bedeutet, dass der Selbstwert von Mensch zu Mensch unterschiedlich aussehen kann, je nachdem wie unsere generellen Werte aussehen.


Jemand, der leistungsorientiert aufgewachsen ist, wird seinen Wert als Mensch vielleicht eher von diesen Dingen abhängig machen:


  • wie erfolgreich er im Beruf ist

  • wie gut er die täglichen Probleme meistert

  • wie viel Geld er verdient

  • welche Stellung er in der Gesellschaft einnimmt

  • für wie kompetent ihn andere Menschen halten

  • wie hart er arbeitet


Andere Menschen haben ihren Selbstwert vielleicht mit Folgendem verknüpft:


  • wie sie aussehen

  • wie nett andere Menschen sie finden

  • wie viele Freunde sie haben

  • ob sie sich in einer Beziehung befinden oder nicht



Woran erkenne ich einen niedrigen Selbstwert?


Viele denken, dass Menschen mit einem niedrigen Selbstwert mit hängenden Schultern durchs Leben gehen und sofort klein beigeben, wenn sich ihnen etwas in den Weg stellt. Doch das muss nicht der Fall sein.


Jemand, der erfolgreich, schön und unabhängig ist, kann genauso gut auch immer wieder an sich selbst zweifeln und sich wertlos fühlen. Warum genau, das erkläre ich weiter unten.

Wir erkennen niedrigen Selbstwert z.B. an diesen Anzeichen:


  • man ist schnell eifersüchtig

  • man ist sehr kritisch mit sich selbst

  • man hat das Gefühl nie genug zu sein

  • man hat Angst, BeziehungspartnerInnen zu verlieren

  • man fühlt sich unsicher


Test


Du möchtest herausfinden, wie hoch dein Selbstwert ist? Dann schau mal, wie sehr du diesen Fragen zustimmst oder auch nicht:


  1. Ich weiß, dass ich liebenswert bin

  2. Ich kann gut mit Kritik umgehen

  3. Ich kann stolz auf mich sein

  4. Ich kann mir meine Fehler verzeihen

  5. Ich bin genauso gut wie andere Menschen

  6. Ich kenne meine Stärken

  7. Ich kann Komplimente annehmen

  8. Ich fühle mich nicht abhängig von den Meinungen anderer

  9. Ich kann akzeptieren, dass ich nicht perfekt bin

  10. Ich kann mir selbst vertrauen


Du merkst es vielleicht schon: all diese Dinge haben viel mit unseren Emotionen und dem Umgang mit uns selbst zu tun. Das ist eine gute Nachricht, denn es bedeutet, dass wir einen geringen Selbstwert durch die Arbeit an uns selbst verändern können. Doch bevor wir schauen, wie das geht, müssen wir erst einmal die Quelle von einem geringen Selbstwert kennen.


So entsteht der Selbstwert


Unser Selbstwert kann dynamisch sein. Er ist also nicht in Stein gemeißelt. Doch häufig werden wichtige Faktoren schon früh geprägt. Also so etwas wie:


  • wovon mache ich meinen Wert abhängig

  • wie erlebe ich mich generell als Mensch

  • habe ich positive Erfahrungen machen können

Kindheit


Wenn ein Kind z.B. immer wieder hört “du kannst das eh nicht”, dann nimmt es diese Meinung auf und verinnerlicht sie. Wir denken also selbst irgendwann, dass wir nicht kompetent, schlau oder sportlich sind. Und diese Einschätzungen können sich dann zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung verfestigen.


In der Kindheit kommt ein ganz wichtiger Mechanismus zum Tragen: Wir leiten aus Erfahrungen unsere Identität ab.

Wenn ich immer wieder erfahre, dass ich abgewiesen und nicht geliebt werde, wird daraus mit der Zeit “ich bin nicht liebenswert”.


Wir beziehen unsere Erfahrungen also auf uns selbst. Dieser Mechanismus vollzieht sich automatisch. Die Konsequenzen dieses Glaubenssatzes können uns unser ganzes Leben über begleiten und sie beeinflussen, wie wir uns selbst und unseren Wert sehen.


Innere Stimme


Wenn sich dieser Glaubenssatz in uns verankert, bemerken wir dies meist als innere Stimme. In der Psychologie sprechen wir da z.B. vom “inneren Kritiker" - also einem Teil von uns selbst, der uns stark hinterfragt.


Das sind Gedanken und Gefühle wie:


  • ich krieg es nicht hin

  • ich bin dumm / faul

  • mich mag eh niemand

  • ich verdiene deine Liebe nicht

  • ich bin kaputt


Mit diesen Vorstellungen von uns selbst sind wir nicht auf die Welt gekommen. Sie wurden uns vermittelt.


Doch jedes Mal, wenn man auf diese Weise mit sich selbst redet, behindert das die Entstehung eines positiven Selbstwertgefühls. Es ist, als würden wir von innen heraus uns selbst verkleinern. Deshalb ist es elementar, diesen Mechanismus zu kennen und zu verändern.


Wie das geht, schauen wir uns jetzt an.



Deinen Selbstwert aufbauen


Vielleicht hast du schon mal eine Liste gemacht, mit all den Dingen, die dir gut gelingen, weil du bspw. im Internet gelesen hast, dass das deinen Selbstwert steigern kann. Und vielleicht hast du gemerkt, dass du dir selbst nicht glaubst und die Liste nicht wirklich etwas bringt.


Das könnte daher kommen, dass du keine Erinnerung daran brauchst, was dir alles gut gelingt. Was man braucht ist das Abheilen des alten und verinnerlichten Glaubenssatzes wie z.B.: “das man nicht gut genug / kompetent genug / schön genug ist”.


Das ist eine Arbeit mit sehr alten Emotionen und die Liste - so gut gemeint sie auch ist - kommt dagegen meist einfach nicht an.

Das Problem mit dem Selbstwert


Das Problem steckt im Namen: Wert. Wenn wir uns selbst positiv bewerten, ist ja alles super. Aber was passiert, wenn wir unseren Wert als gering einstufen?


In Momenten, da wir unseren Selbstwert am meisten brauchen - weil wir unsicher oder beschämt sind - haben wir oft keinen Zugriff darauf.


Warum? Hängt unser Selbstwertgefühl z.B. davon ab, dass andere uns als kompetent einstufen und wir patzen etwa bei einem wichtigen Meeting, dann hat das negative Auswirkungen auf unser Selbstwertgefühl. Doch wir bräuchten wir ja genau in diesem Moment ein positives Selbstwertgefühl, um gut mit der Situation umgehen zu können.


Das Problem ist also: solange unser Wert von äußeren Faktoren bestimmt wird, sind wir abhängig von ihnen. Denn nicht immer können wir kontrollieren, ob sich dort etwas ändert oder nicht.


Was passiert z.B. mit meinem Selbstwert, wenn ich gekündigt werde, wenn mein Körper nicht mehr so aussieht, wie ich es gern hätte, oder wenn sich jemand von mir trennt? Dann geraten wir meist in einen Strudel aus Abwertung und Kritik an uns selbst, was unseren Selbstwert noch mehr angreift.


Ein anderer Umgang mit unserem Selbstwertgefühl


Wenn wir uns wirklich langfristig besser fühlen und unseren Selbstwert erhöhen wollen, dann können wir eine oder mehrer dieser Strategien nutzen:


  1. Unseren Wert als Mensch nicht mehr an äußere Faktoren koppeln

  2. Unsere alten Glaubenssätze über uns selbst auflösen

  3. Mitgefühl mit uns haben und einen anderen Umgang mit der inneren, uns kritisierenden Stimme finden


Wenn du diese Dinge mit meiner Unterstützung angehen möchtest, dann schreib mir gerne eine Mail an info@anoukalgermissen.de oder ruf mich an unter: 017685914612. Mehr Informationen zu meiner Arbeit findest du unter: https://www.paartherapiebonn.com



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