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  • AutorenbildAnouk Algermissen

7 Tipps, damit eine Fernbeziehung gelingt


Fernbeziehungen können Beziehungen auf eine harte Probe stellen. Wer eine Fernbeziehung führt, muss für besondere Probleme und Herausforderungen gewappnet sein. Denn die Distanz kann für viele Paare schnell zur Belastung werden. Sehnsucht, Verlustangst, Eifersucht, Einsamkeit kommen da für viele stärker auf als in “normalen” Beziehungen. Damit du deine Fernbeziehung gut meisterst und ihr gemeinsam gestärkt aus dem Prozess hervorgeht, habe ich hier sieben Tipps zusammengetragen.




Inhaltsverzeichnis




Was macht Fernbeziehungen so anspruchsvoll?

Fernbeziehungen stellen einen vor eine besondere Herausforderung. Aber warum eigentlich?

Die meisten von uns möchten die Person, die sie lieben auch häufiger um sich haben. Wir möchten gemeinsam Erfahrungen machen, uns austauschen und die körperliche Nähe genießen. All diese Dinge befriedigen wichtige Grundbedürfnisse des Menschen wie Sicherheit, Bindung und Wertschätzung.


Wenn jetzt aber Distanz zwischen uns kommt, führt das für viele auch zu einer Veränderung in der Erfüllung dieser Bedürfnisse. Wir bekommen zwar deutlich mehr Freiheit und Autonomie, doch mit jemandem zu skypen fühlt sich für viele dann doch einfach anders an, als jemanden face-to-face zu sehen.


Durch die körperliche Entfernung und die verringerte gemeinsame Zeit, werden unsere Bedürfnisse nach Verbundenheit und Sicherheit meist weniger abgedeckt, als in Nicht-Fernbeziehungen. Dies kann ein Nährboden für Unsicherheiten, Missverständnisse, Eifersucht oder Ängste sein.

Ich möchte hier kein schwarzes Bild von Fernbeziehungen zeichnen. Für manche Paare kann das ein Modell sein, mit dem sich beide sehr wohl fühlen. Gerade, wenn diese Personen ihre Autonomie schätzen und ihr Bedürfnis nach Bindung zB auch von Freunden und Familie erfüllt bekommen.



Tipp 1: Habt ein gemeinsames Ziel


Ein gemeinsames Ziel hilft dir, in schwierigen Situationen etwas zu haben, an dem du dich orientieren kannst. Damit unser Gehirn nicht noch mehr gestresst wird, brauchen wir einen Endpunkt, der uns ein Gefühl der Sicherheit gibt.


Erinnerst du dich noch an den Anfang der Corona-Zeit? Dieses Gefühl nicht zu wissen, wann es endet, hat einen enormen Druck und Unsicherheit ausgelöst. So ähnlich kann es auch bei Fernbeziehungen sein, wenn man nicht weiß, was am Ende stehen soll.

Um unserem Gehirn einen Endpunkt oder eine Motivation zu geben, brauchen wir konkrete Ziele.


Das können Ziele sein wie:


  • am Ende des Jahres suchen wir nach einer gemeinsamen Wohnung

  • wenn er mit seiner Probezeit fertig ist, verbringen wir die Wochenenden immer zusammen

  • in einem Jahr zieht sie zurück zu mir

  • wenn ich mit den Klausuren durch bin, machen wir gemeinsam Urlaub


Natürlich kann es sein, dass du nicht sofort diese Ziele entwickeln willst oder kannst. Nutze diesen Tipp dann, wenn die Unsicherheit über die gemeinsame Zukunft größer wird oder Druck in dir erzeugt.



Tipp 2: Lerne zu planen


Fernbeziehungen zwingen einen dazu, vorausschauend zu denken und die eigene Zeit besser zu planen. Damit hier Frustrationen vermieden werden können, beschäftige dich frühzeitig mit folgenden Fragen:


  • Wie muss ich mein Geld einteilen, damit ich mir das Reisen leisten kann?

  • Wann habe ich stressige Phasen, in denen wir uns nicht sehen können?

  • Wann kann ich meine Freunde und Familie sehen, auch wenn ich mehr unterwegs bin?

  • Wann erledige ich Haushaltskram, wenn wir zusammen sind und einfach nur die gemeinsame Zeit genießen wollen?

  • Was muss ich lernen, damit Geld- und Zeitmanagement einfacher werden?


Es braucht also einiges an Organisationstalent und Planung in einer Fernbeziehung. Das bedeutet aber auch darüber kommunizieren zu können, falls das Geld für den nächsten Besuch knapp wird oder man merkt, dass man mehr Zeit für sich braucht, um den Verpflichtungen nachzukommen. Plane also auch ein, über diese eher trockenen Thematiken zu sprechen, wenn sie dich beschäftigen.



Tipp 3: Kalkuliere Fehler mit ein


Wenn wir einen geliebten Menschen länger nicht sehen können, werden Whatsapp, Zoom und Co bald zu unseren besten Freunden. Die digitalen Netzwerke ermöglichen es uns, häufiger in Kontakt zu stehen. Das ist wunderbar. Und doch hat die Kommunikation über Textnachrichten und sogar über Zoom oder Facetime ihre Tücken.


Missverständnisse können schneller passieren, wenn wir den Tonfall oder die Mimik eines Menschen nicht mitbekommen. Gerade, wenn man eh schon verletzlicher ist aufgrund der fehlenden Nähe, kann dies schnell zu einer angespannten Situation führen.


In Fernbeziehungen haben wir häufig nicht den Luxus, face-to-face über Probleme zu sprechen, einander tief in die Augen zu schauen und uns zu umarmen. Telefonate, Nachrichten und Zoom-Calls verschlucken einiges an wichtiger non-verbaler Kommunikation. Diese “Fehler” in der Kommunikation müssen wir mit einberechnen.


Das bedeutet konkret:


  • achte auf deine Wortwahl

  • kommuniziere deine Angespanntheit oder Verwirrung frühzeitig

  • fasse die Dinge in Worte, die du normalerweise non-verbal ausgedrückt hättest (zB ich würde dich gerade so gerne einfach in den Arm nehmen)

  • frage nach, wenn du das Gefühl hast etwas nicht verstanden zu haben



Tipp 4: kommuniziere deine Unsicherheiten


Offene Kommunikation ist bei “normalen” Beziehungen schon wichtig, aber bei Fernbeziehungen muss man daraus eine Priorität machen.


Warum?


In der Distanz können Unsicherheiten und Ängste wie Pilze aus dem Boden schießen. Wir sehen die andere Person weniger, haben vielleicht weniger Bestätigung und es bieten sich deutlich mehr Möglichkeiten für Missverständnisse. All das ist ein Nährboden für verletzte Gefühle, wie Eifersucht, Angst und Unsicherheit.


Wahrscheinlich wird es nicht ausbleiben, dass man sich in der einen oder anderen Situation missverstanden oder übergangen fühlt. Fernbeziehungen sind eine Herausforderung. Dass es da schwierig wird, ist vollkommen normal. Es kann nicht unser Ziel sein, jedes schlechte Gefühl zu vermeiden. Stattdessen sollten wir versuchen mit dieser Situation möglichst bewusst umzugehen.


Damit Fernbeziehungen funktionieren können, braucht es eine offene und transparente Kommunikation über die eigenen Gefühle und Unsicherheiten.

Mein Tipp: sprecht früh über eure Trigger und Verletzlichkeiten, damit die andere Person diese einkalkulieren und richtig darauf eingehen kann. Dafür ist es wichtig, sich zunächst selbst seiner wunden Punkte bewusst zu werden.




Tipp 5: Habt immer einen nächsten Termin


Immer einen nächsten Termin zu haben:


  • kann helfen, besser zu planen

  • kann Vorfreude in uns auslösen

  • gibt uns Sicherheit

  • zeigt unser Commitment in der Beziehung


Es ist ein einfacher, aber wichtiger Trick. Da Fernbeziehungen von mehr Unsicherheit und Risiko geprägt sind als normale Beziehungen, müssen wir dafür sorgen, dass wir diese Faktoren, wo es nur geht, minimieren.


Immer einen nächsten Termin zu haben, schafft Vertrauen und macht die Zeit des Wartens etwas erträglicher.


Mein Tipp: Plant schon während ihr noch zusammen seid, das nächste Treffen. So kann der Schmerz des Abschieds etwas gelindert werden.


Tipp 6: sprecht über eure Erwartungen


Unausgesprochene Erwartungen an die gemeinsame oder getrennt verbrachte Zeit können zu Konflikten führen.


Sprecht also rechtzeitig über folgende Themen:


Zeit zusammen:

  • verbringen wir den ganzen Tag zusammen oder machen wir auch getrennt etwas?

  • möchtest du / möchte ich mit zu Familie und Freunden?

  • wie gehen wir mit Arbeitszeit / Verpflichtungen um?

  • nehmen wir uns beide immer Urlaub?

  • wo kann man hin, wenn man mal eine Pause von der anderen Person braucht?


Zeit getrennt:

  • wie viel wollen wir am Tag kommunizieren?

  • wie wollen wir damit umgehen, wenn eine Person ausgeht?

  • wie kann ich dich erreichen, wenn es mir richtig schlecht geht?

  • wann kann ich dich nicht erreichen?



Tipp 7: eine physische Erinnerung


Um den digitalen Begegnungen etwas entgegenzusetzen, kann es hilfreich sein, eine physische Erinnerung an die andere Person zu haben. Etwas, das wir anfassen, fühlen und vielleicht sogar riechen können.


Beispiele


  • Klamotten, wie Pulli oder T-Shirt

  • Briefe

  • Geschenke

  • das Parfum der anderen Person

  • Tickets zu Veranstaltungen

  • ausgedruckte Fotos


Mein Tipp: Briefe können eine ganz besondere Art der Kommunikation sein. Gerade, wenn sie handgeschrieben sind, haben sie ihren ganz eigenen Charme. Und ein weiterer Vorteil: wenn wir Briefe schreiben, wählen wir unsere Worte meist mit Bedacht. Dies führt für viele zu einem besseren Zugang zu ihren Gefühlen und Gedanken, was wiederum die emotionale Nähe zwischen euch deutlich stärken kann.



Fazit

Fernbeziehungen können ihre Tücken haben, sind aber für viele Menschen auch eine sehr intensive Zeit. Die Sehnsucht, Vorfreude und Besonderheit der gemeinsamen Zeit können zu einer ganz besonderen Phase in unserem Leben beitragen.






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