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  • AutorenbildAnouk Algermissen

Dieser Beziehungsmythos sabotiert deine Partnerschaft

Vielleicht hast du das schon mal gehört oder selbst gedacht: “Wenn das meine Traumbeziehung ist, wird alles wie von selbst laufen” oder “mit dem richtigen Partner / der richtigen Partnerin fällt die Beziehung leicht”. Dieser Mythos hält sich hartnäckig und hat große Probleme zur Folge. In diesem Artikel werden wir diesen Beziehungsmythos auseinandernehmen und schauen, was als Alternative sinnvoll wäre.



Du hast es vielleicht schon selbst erlebt oder auch immer wieder in Filmen und Serien gesehen: die perfekte Beziehung ist harmonisch und schön. Es läuft einfach.


Das bedeutet:


  • man streitet sich nicht

  • alles ist harmonisch

  • man hat die gleichen Ansichten

  • es “klickt” einfach

  • es gibt keine Irritationen


Hollywood liefert uns hunderte Geschichten von Menschen, die sich zwar lieben, aber durch bestimmte Umstände nicht zusammenkommen können. Diese Hürden müssen sie dann überwinden, um ein Happy End zu feiern. Herrlich!


Doch was dann? Was kommt eigentlich nach dem Happy End? Geht es dann einfach immer so glücklich weiter?

Tja. Das wissen wir leider nicht. Denn dieser Teil der Geschichte wird in den seltensten Fällen gezeigt. Wir sehen also die Anfangsphase eines Paares: das erste Kennenlernen und die große Verliebtheit. Klar, dass da noch alles rosarot ist.


Doch was passiert, nachdem man zusammengefunden hat?


Ich schätze mal, keiner will einen Film über ein Paar sehen, das versucht, an seiner Kommunikation zu arbeiten.


Für viele ist klar: es wird einfach harmonisch weitergehen. Mit dem richtigen Menschen wird unser Glück einfach immer konstant bleiben. Doch leider funktioniert das so nicht im echten Leben.


Natürlich ist es wichtig darauf zu achten, mit wem man sich besonders wohlfühlt. Das sollte ein Kriterium bei der Partnerwahl sein. Doch nur auf Leichtigkeit und Harmonie zu achten, hat auch Nachteile.


3 Gründe, warum dieser Mythos zu Problemen führt


Grund 1: Wir werden passiv


Dieser Mythos legt nahe, dass ich nur den richtigen Menschen finden muss, damit alles klappt. Diese Idee ist ganz tief in unserer gesellschaftlichen Vorstellung von Beziehung verankert. Entweder finden wir die perfekte Beziehung und es läuft oder ich hab halt Pech gehabt und muss weiter suchen.


Das setzt uns zum einen total unter Druck, die EINE Person zu finden und macht uns zum anderen auch abhängig von diesem Menschen.

Grund 2: Wir vermeiden wichtige Gespräche


Wenn alles immer leicht fallen soll, haben wir Schwierigkeiten, sobald es zu Problemen kommt. Und dazu wird eskommen. Dafür sorgen schon Kündigungen, finanzielle Schwierigkeiten, Ängste und Krankheiten. All diese Dinge schlagen sich natürlich in der Beziehung nieder.


Doch wenn wir keine Möglichkeit haben, damit umzugehen, verkrampfen wir schnell. Ganze Themenblöcke werden dann zu “Tabus” - also Themen, über die nicht gesprochen wird. Wir versuchen also, die Beziehung nicht zu belasten. Doch so kappen wir Kommunikation und damit auch emotionale Nähe.


Wir müssen gemeinsam durch die Krise gehen, um heil aus ihr herauszukommen. Das heißt: sich schwierigen Gesprächen zu stellen und gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten. Sonst verlieren wir uns auf dem Weg.


Grund 3: Wir verpassen eine Chance


Die Idee, dass Beziehungen leicht fallen sollen, kann auch dazu führen, dass wir Partnerschaften vorschnell beenden. Vielleicht kennst du ja Menschen, die häufig nach ein paar Wochen oder Monaten die Beziehung wechseln. Also gerade dann, wenn die erste Verliebtheit abflacht und der schwierigere Teil beginnt.


Dies kann damit zusammenhängen, dass wir nicht wissen, wie wir durch diese schwierigen Situationen kommen sollen und Angst vor Verletzlichkeit und / oder Bindung haben.


Wenn wir es nicht einsehen, an Beziehungen zu arbeiten, verpassen wir die Chance auf tiefe emotionale Nähe und Verbundenheit. Denn diese stellt sich nur ein, wenn wir uns öffnen und jeder bereit ist, an sich zu arbeiten.


Was wäre eine gute Alternative?


Viele stören sich an dem Wort “Arbeit” oder der Idee, etwas zu planen oder zu üben.

Doch warum eigentlich?


Vielleicht hängen diese Dinge zu sehr mit Erinnerungen an Schule oder den Job zusammen. Das könnte ich verstehen.


Doch wir planen, üben und arbeiten bei so vielen anderen Dingen, die uns wichtig sind. Denken wir nur daran, wie Sport und Fitness trainiert oder Treffen mit Freunden vorbereitet werden. Warum dann nicht auch Zeit zu zweit planen oder wertschätzende Kommunikation üben?


An dieser Stelle wird es vielleicht Zeit, die Ideen, die man von Beziehungen hat, zu hinterfragen.

In einer Beziehung sollte es eine gute Balance zwischen Leichtigkeit, Spaß, Ruhe und tiefen Gesprächen, schwierigen Fragen und ständiger Entwicklung geben.


Keiner sollte in einer Beziehung bleiben, die ihm oder ihr nicht gut tut. Aber wir sollten auch Wege finden, uns mit Problemen auseinanderzusetzen und nicht vor unangenehmen Gesprächen Reißaus zu nehmen.


Denn Menschen sind nicht perfekt. Und wenn zwei unperfekte Menschen aufeinandertreffen, wird es Spannung und Entwicklungsbedarf geben. Und das ist auch okay. Wichtig ist nur, dass wir einen guten Weg finden, damit umzugehen.





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