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  • AutorenbildAnouk Algermissen

Die Kennenlernphase beim Dating meistern: 5 Tipps, die dich selbstbewusster und entspannter machen

Lernst du gerade jemanden kennen und fragst dich, ob sich eure Beziehung in die richtige Richtung entwickelt? Oder fühlst du dich unsicher, weil du nicht genau weißt, wie und wann du wichtige Themen ansprechen sollst? Vielleicht nervt es dich auch einfach, dass du dir zu viele Gedanken machst und du möchtest die Kennenlernphase einfach genießen können. In diesem Artikel gehen wir einige der größten Herausforderungen beim Dating durch. Ich gebe dir verschiedene Tipps, wie du mit diesen kniffligen Situationen umgehen und dich selbstbewusster in dem Prozess fühlen kannst.



Kennenlernphase beim Dating


Dating kann aufregend, aber auch frustrierend sein. Denn es ist nicht immer einfach, durch die Anfänge einer potenziellen Beziehung gut zu navigieren. Man will ehrlich sein, aber nicht zu direkt. Man will auf eine Beziehung zusteuern, aber die andere Person nicht unter Druck setzen. Man hat vielleicht Sehnsucht nach der Person, will aber auch nicht needy wirken. Man fühlt sich auch mal unsicher, aber weiß nicht, ob man das teilen kann.


Die Kennenlernphase verlangt uns einiges ab und es ist verdammt schwer, eine gute Balance zwischen all diesen Dingen herzustellen. Beim Dating ist es wichtig, sich treu zu bleiben und ein gutes Gespür dafür zu entwickeln, was gerade “richtig” ist. Besonders, wenn man schon einige negative oder nur sehr wenige Erfahrungen gemacht hat, kann es schwer sein, durch diese Phase zu manövrieren. Die folgenden Tipps sollen dir dabei helfen, mehr Klarheit zu haben und dich selbstsicherer zu fühlen.


Aber eins vorweg: hier geht es nicht darum, dir irgendwelche Regeln einzutrichtern.

Die machen dich nämlich auch nicht wirklich sicher und selbstbewusster. Diese Tipps drehen sich darum, deine ganz persönlichen “Regeln” aufzustellen, die dir helfen, authentisch zu bleiben, ohne dich unter Druck zu setzen.



Tipp 1: Wissen, was man will


Manche Menschen lernt man ganz unbedarft kennen. Es gibt keine großen Erwartungen und alles entwickelt sich ganz natürlich. Das ist wunderbar, aber für viele läuft Dating nach einem anderen Muster ab. Sie suchen aktiv nach Beziehungen, melden sich bei Portalen an und gehen mit einer bestimmten Vorstellung in die Kennenlernphase.


Egal, ob du lockere oder feste Beziehungen bevorzugst, es ist wichtig, darüber Klarheit zu haben. Denn wenn man nicht wirklich weiß, was man will, kann man auch nicht so gut erkennen, wenn man etwas nicht mehr will. Dann bewegen wir uns meist weg von unseren eigenen Bedürfnissen und fühlen uns hinterher schlecht.


Ich erinnere mich an eine Klientin, die eigentlich eine Beziehung suchte, aber sich dessen nicht ganz klar war. Sie fing an, einen jungen Mann zu daten, der nichts Festes wollte. Mit der Zeit fing sie an, Gefühle zu entwickeln. Da sie jedoch am Anfang nicht klar gesagt hatte, dass sie eine feste Beziehung suchte, fühlte sie sich jetzt genötigt, auch weiterhin eine lockere Beziehung zu führen.


Diese Fragen kannst du dir stellen, um mehr Klarheit darüber zu bekommen, was du willst:


  • Suche ich eine feste Beziehung, eine Fplus oder etwas anderes?

  • Was ist mir wichtig beim Kennenlernen?

  • Was habe ich in der Vergangenheit über mich beim Dating gelernt?

  • Womit komme ich beim Kennenlernen gar nicht zurecht / was brauche ich?


Tipp 2: Den richtigen Zeitpunkt erkennen


Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um über Ex-Beziehungen zu reden? Wann definiert man die Beziehung oder macht sie exklusiv?


Viele Menschen fühlen sich beim Dating unsicher, den richtigen Zeitpunkt für diese großen Themen zu finden. Egal, was andere Datingexperten dazu sagen mögen, es gibt hierfür keine “Regeln”, die man befolgen muss.


Denn Kennenlernphasen sind so individuell wie die Individuen, die sie führen.

Anstatt also auf den “perfekten” Zeitpunkt zu hoffen, sollte man dem eigenen Bauchgefühl vertrauen. Ihr seht eine Horde Kinder vorbeilaufen und denkt darüber nach, wie es wohl wäre, ein Elternteil zu sein? Warum diesen Gedanken nicht aussprechen? Nur weil man darüber spricht, muss dies ja nicht “das eine große” Gespräch über Kinder sein. Doch wenn man sich auf die Zunge beißt und mehr und mehr Druck aufbaut, kann es sein, dass diese größeren Themen sich irgendwann aufgeladen anfühlen und ggf. sogar zum Tabu werden.


Die meisten Menschen haben ein gutes Gespür dafür, wie nahe sie jemandem sind und was gerade angebracht ist oder nicht. Ich denke nicht, dass man sich daran erinnern muss, einem Wildfremden nicht unbedingt beim ersten Date von den tiefsten Kindheitstraumata zu erzählen, wenn die andere Person sehr verschlossen wirkt.


Wenn man sichergehen will, kann man sich z.B. folgende Frage stellen:


Wie würde ich reagieren, wenn mich jemand damit konfrontieren würde?


Wenn die Antwort ist: “Ich wäre vielleicht ein bisschen überrascht, aber nicht verschreckt”, dann gibt es eine gute Chance, dass es deinem Gegenüber auch so geht.


Über größere Themen zu reden hat also weniger etwas mit dem perfekten Zeitpunkt als vielmehr mit der Art und Weise zu tun, in der man darüber spricht.


Tipp 3: Sich nicht zu viele Gedanken zu machen


Sich nicht zu viele Gedanken zu machen ist definitiv leichter gesagt als getan. Denn häufig gibt es einen guten Grund, dass wir viele Dinge immer wieder durchdenken. Gerade, wenn wir schon schlechte Erfahrungen beim Dating gemacht haben oder uns unsicher sind, kann sich etwa eine simple Textnachricht plötzlich wie eine unlösbare Aufgabe anfühlen.


Wenn ich “Guten Morgen” schreibe, wirkt das schon zu einnehmend? Wenn ich den Termin absage, weil es mir nicht gut geht, wird sie sich dann zurückziehen? Wird er es langweilig finden, wenn ich von meinem Job spreche?


Sobald du merkst, dass du dabei bist, alles zu zerdenken, halte einen Moment inne. Es ist wichtig zu verstehen, was hier passiert. Kennenlernphasen sind voller Risiko, Neuheit und Fragen. Das kann sich aufregend, aber auch überwältigend anfühlen.


Dein Gehirn versucht, in einer schwierigen Situation so viel Sicherheit wie möglich zu erlangen, dich so gut es geht zu schützen, indem es sich bemüht, auf alles eine Antwort zu finden. Nach dem Motto: "Wenn ich alles bedacht habe, kann mich nichts mehr überraschen und ich habe die Situation im Griff”.

Es versucht also, wieder mehr Kontrolle und Sicherheit herzustellen. Das Problem ist, wenn diese Strategie dich verkrampft und noch unsicherer macht, hat sie ihr Ziel verfehlt.


Damit du nicht in die Gedankenstrudel hineingezogen wirst, vergegenwärtige dir, was dort passiert. Du versucht alles zu bedenken, damit du vorbereitet bist. Wenn diese Vorgehensweise dich aber nicht ruhiger, sondern unsicherer macht, dann versuche, dich davon ein wenig zu distanzieren. Das bedarf natürlich der Übung.


Tipp 4: Offen kommunizieren


Wenn man jemanden neu kennenlernt, möchte man die Person meist ein wenig beeindrucken. Es ist ganz normal, sich etwas perfekter darzustellen als man ist. Doch manchmal geht es noch einen Schritt weiter.


Manche Menschen finden es gerade in der Kennenlernphase sehr schwer, für sich einzustehen und Grenzen zu setzen. Was, wenn die Person sich zurückzieht, sobald es ein wenig unangenehm wird?


Tatsächlich ist es gerade in dieser Phase sehr wichtig, authentisch und ehrlich zu sein. Denn nur so können wir nach und nach erkennen, ob das Gegenüber wirklich Interesse an unserer Person hat und unsere Grenzen respektiert.


Dafür ist es enorm wichtig, auf die eigenen Warnsignale zu hören. Das können Dinge sein wie:


  • Fühle ich mich auch nach einigen Dates noch extrem unsicher und aufgeregt?

  • Habe ich das Gefühl, jemand anderes sein zu müssen, um zu gefallen?

  • Geht die Person respektvoll mit meinen Grenzen um?

  • Fühle ich mich zu Dingen verpflichtet, die ich gar nicht will?


Um diese Dinge zu erkennen, kann es sehr sinnvoll sein, sich vorher zu überlegen, wie man früher reagiert hat? Kennst du dieses Verhalten, dass es dir schwer fällt, Grenzen klar auszusprechen? Woran erkennst du, dass du darauf erneut zusteuerst?


Es ist keine leichte Aufgabe, klar zu kommunizieren. Übe es deshalb immer wieder und fang bei kleinen Dingen an.


Tipp 5: Die richtigen Fragen stellen


Die richtigen Fragen zu stellen, kann Nähe herstellen, Sicherheit aufbauen und ganz nebenbei auch Spaß machen. Hier kommen einige Ideen für interessante Fragen, die du während der Kennenlernphase stellen kannst:


Erste Dates

  • Wie verbringst du gerne dein Wochenende?

  • Was hat dich an mir interessiert?

  • Worauf bist du stolz?

  • Was machst du, um dich zu entspannen?

  • Was sind deine schönsten Urlaubserinnerungen?

  • Welche Bücher haben dich zum Nachdenken angeregt?

  • Bei welcher Serie / bei welchem Film hast du Tränen gelacht?

Fortgeschrittene Dates


  • Was ist dir wichtig in einer Beziehung?

  • Was wüsstest du gerne über mich?

  • Wie gehst du mit Stress um?

  • Wie viel Freiheit / Sicherheit brauchst du in Beziehungen?

  • Woran würde ich erkennen, dass es dir nicht gut geht?

  • Wie kann ich dir zeigen, dass mir unsere Dates gefallen?


Noch mehr Fragen, die du auf Dates und in der Beziehung stellen kannst, findest du zum Download hier.


Mehr Input zu Dating und Beziehungen findest du auf meinem Instagram-Kanal @paarpsychologie.

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